Sprach-Tipps

Gute Verkaufstexte

Sprach-Tipps_Verkaufstexte

Gute Verkaufstexte erzeugen Emotionen und wecken Begierde. Im Mittelpunkt sollte immer der Kunde, nicht das Produkt oder die Dienstleistung stehen. Auch wenn Sie über das, was Sie machen, viel erzählen können. Das beste Verkaufsargument für den Kunden ist der Kundennutzen. Beispiel: Menschen kaufen sich keinen Staubsauger, weil er über 1000 Watt hat oder das Unternehmen, das ihn verkauft, seit 40 Jahren auf dem Markt ist. Sie kaufen ihn, weil sie schnell und effektiv ihr Zuhause von Schmutz befreien können und dadurch mehr Freizeit haben. Kaufgründe kann man in 3 Gruppen einteilen:
1. Befriedigungen von Bedürfnissen (Wohlfühlen, Genuss, Komfort, Erfolg, Sicherheit usw.)
2. Erleichterungen und Ersparnisse (Kosten, Arbeit, Zeit, Ärger)
3. Problemlösungen (Wie und wodurch erreiche ich einen Zustand am besten?)

Das Leben ist ein Ponyhof

Sprach-Tipps_Ponyhof

Wer geschäftlich mit Menschen kommuniziert, sollte den „richtigen Ton“ treffen. Hier spielen Dinge wie Alter, gesellschaftliche Gruppen oder Hobbys der Adressaten eine Rolle. Für Produkte oder Dienstleistungen kann man sich in bestimmten Wort- bzw. Bildwelten bewegen. Während einer WM gibt es sogar eine gemeinsame Sprachwelt: die Fußballwelt. Da wird der Würstchenkäufer schnell mal zum Grillmeister. Passende Bildwelten lassen sich für viele Produkte finden: Wanderschuhe passen in die Berge und in den Wald, Teppiche in ein gemütliches Zuhause. Mit Metaphern kann man besonders spannend kommunizieren: So wird der Käufer von Wanderschuhen zum „Gipfelstürmer“, Altes ist „Schnee von gestern“ und ein Berater kann seine Kunden „auf Kurs bringen“.
Eine gute PR-Agentur „bringt Sie ins Gespräch“, ein Standesbeamter in den „Hafen der Ehe“. Auch die Sprache unserer Gesprächspartner ist wichtig: Teenagersprache, Businessdeutsch oder Alltagssprache – der Adressat muss es verstehen. Wenn man den richtigen Ton trifft, kann das Leben auch ein „Ponyhof“ sein, auch ohne „rosa Brille“.

Mit Satzzeichen komponieren

Sprach-Tipps_Satzzeichen

Punkt und Fragezeichen
Satzzeichen spielen eine große Rolle für Betonung und Klang im Satz. In einem Text kann man damit den Leser beeinflussen.
Der Punkt ist das älteste und wichtigste Satzzeichen. Er bringt einen Gedanken zu Ende. Die Sprichwörter „Mach mal einen Punkt“ oder „Komm auf den Punkt“ werden von ihm abgeleitet. Das Fragezeichen wirft beim Leser eine Frage auf und kann Antworten provozieren. Sparsam eingesetzt kann das Fragezeichen in Verkaufstexten dramaturgisch spannend wirken. Falsch eingesetzt kann es den Leser verwirren oder ihn vom Text ablenken. Wirkungsvoll können auch rhetorische Fragen sein, bei der die Antwort vorgegeben ist. Auf die Frage „Sicher sparen Sie auch gern?“ antwortet Ihr Leser meist mit einem gedachten Ja. Rhetorische Fragen können auch schnell banal wirken. Richtig eingesetzt kann eine Frage den Leser animieren, Ihren Text weiter zu lesen. Die Frage-Methode sollte aber in Ihre sonstige Unternehmenskommunikation passen.
Ausrufezeichen und Auslassungspunkte
Das Ausrufezeichen ist ein sogenanntes Tonzeichen – wie das Fragezeichen – das heißt, es bestimmt die Melodie des Satzes und macht ihn emotionaler. Es unterstreicht Aussagen, macht sie „laut“ oder bedeutend. Mit dem Ausrufezeichen können auch kurze Aufrufe zu Sätzen werden („Aua!“, „Genau!“). Zu viele Ausrufezeichen hintereinander können – gerade in der Werbung – zu fordernd wirken: „Endlich! Kleine Preise! Jetzt kaufen!“  Solche Stakkato-Sätze wirken schnell plump und der Leser verliert das Interesse.
Die Auslassungspunkte am Satzende halten die Stimme in einer Tonlage. Dadurch wird beim Leser Neugier geweckt, indem signalisiert wird „Da kommt noch etwas ...“. Man liest dann automatisch weiter. Besonders in Überschriften sind die drei Punkte beliebt – Beispiele für Überschriften: „So können Sie sparen …“, „Erfahren Sie hier, was gegen Erkältung hilft …“ usw.
Doppelpunkte und Striche
Mit Doppelpunkten und Gedankenstrichen können Sie Regie in Ihrem Text führen. Der Doppelpunkt kann Sätze teilen, Zitate einleiten, Aufzählungen oder Daten, zum Beispiel in einem Lebenslauf, ankündigen. Oft zeigt er dem Leser, dass er weiter lesen soll, weil noch Informationen folgen. Steht nach dem Doppelpunkt ein vollständiger Satz, wird nach ihm groß geschrieben.
Beispiel: Das neue Jahr bringt viel Neues: Ich mache ein Seminar.
Ist der Satzteil nach dem Doppelpunkt unvollständig, wird klein weiter geschrieben.
Beispiel: Der Winter ist kalt, regnerisch und windig: gut geeignet zum Drinbleiben!
Eine Ausnahme bildet hier nur die wörtliche Rede.
Beispiel: Er rief ihm zu: „Komm her!“
Der Gedankenstrich, der bereits im 18. Jahrhundert als Pause-Zeichen eingesetzt wurde, hat heute mehrere Funktionen. Er zeigt eine Pause oder eine Wendung im Satz an. Er kann aber auch als Gliederungszeichen für Einschübe genutzt werden.
Beim Semikolon haben sich ein Punkt und ein Strich zusammengetan. Seine Funktion liegt zwischen dem Punkt und dem Komma. Das Semikolon steht da, wo ein Punkt zu hart wäre und ein Komma zu weich. Da es keine Betonung hat, wird es selten benutzt, denn es kann den Leseprozess unnötig irritieren. Stilistisch kann das Semikolon sinnvoll sein, wenn man einen Gedanken absichtlich in der Schwebe halten möchte.
Beispiel: Der Spaziergang war schön; er hielt die ganze Zeit meine Hand.
Das Komma ist viel bedeutender und aus unserer Sprache nicht mehr wegzudenken. Es kann vollständige und unvollständige Sätze voneinander trennen und viele Wörter aneinanderreihen. In vielen Werbetexten sehe ich, wie gern das Komma – wenn auch oft falsch – verwendet wird. Dadurch werden Sätze häufig schwer zu lesen, besonders bei mehr als 3 Kommata (außer natürlich bei Aufzählungen). Auch wenn es für mache Menschen graue Theorie ist: Regeln für Kommasetzung sind wichtig, denn ein Komma kann – falsch gesetzt oder weggelassen – auch den Sinn eines Satzes verfälschen.
Beispiel: Er will, sie nicht! Oder: Er will sie nicht!

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